Deutschland – Digitales Hinterland?

Vorgeschichte: Was wollen wir mit BKF erreichen?

Ausgelöst durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Engpässe an Weiterbildungsmöglichkeiten für Berufskraftfahrer haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, diese zu digitalisieren, um den Fahrern und Arbeitgebern eine innovative und zeitgemäße Möglichkeit der Schulung zu bieten.

2018: Die EU gibt die Richtung vor

Bereits 2018 hat die EU mit der Richtlinie 2018/645 des europäischen Parlamentes und Rates die Richtung vorgegeben und den Weg für die digitale Weiterbildung von Berufskraftfahrern geebnet.

So heißt es in dieser Richtline unter anderem:
„Die Weiterbildung besteht aus Unterricht in einem Schulungsraum, praktischer Ausbildung und — sofern verfügbar — Weiterbildungsmaßnahmen, die mithilfe von Instrumenten der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) oder leistungsfähigen Simulatoren durchgeführt werden.

Und weiter heißt es:
„Obligatorische Weiterbildungskurse werden von einer zugelassenen Ausbildungsstätte veranstaltet. […] Beim Einsatz von E-Learning trägt die zugelassene Ausbildungsstelle dafür Sorge, dass die erforderliche Qualität der Weiterbildung beibehalten wird, unter anderem indem sie die Kenntnisbereiche auswählt, bei denen der Einsatz von IKT-Instrumenten am effizientesten ist.“

Der Standpunkt der EU zusammengefasst:

  • Weiterbildungsmaßnahmen können digital erfolgen
  • Die Qualität der Weiterbildung sollte beibehalten werden
  • Digitale Weiterbildungen sollten in passenden Kenntnisbereichen eingesetzt werden.

Die oben genannten Punkte haben wir bei der Umsetzung unserer Plattform und der Produktion unserer Inhalte beachtet: Mit der Modulschulung „Arbeits- und Sozialvorschriften“, haben wir das theorielastige Modul mit der höchsten inhaltlichen, didaktischen und technischen Qualität produziert. Wir sind bereit auf einen Knopf zu drücken und jedem Berufskraftfahrer diese digitale Weiterbildung auf höchstem Niveau zu ermöglichen, doch die politisch-rechtliche Situation erlaubt es nicht!

2020: In Deutschland ist es ruhig

Richtlinien der EU müssen in der Regel innerhalb von 2 Jahren in nationales Recht umgesetzt werden. Als Deadline für die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht gilt in Deutschland der 23.05.2020.
Es ist vermutlich nicht sonderlich erstaunlich, dass diese Deadline nicht eingehalten wurde, das scheint ja inzwischen eine Art Betriebssport in der Politik geworden zu sein.

Auch die Hoffnung, dass die Covid-19 Pandemie hier als Katalysator dient und die dringend erwarteten digitalen Weiterbildungen für Berufskraftfahrer endlich in nationales Recht umgesetzt und somit legalisiert werden wurde uns nach über einem Jahr Verzug letztendlich genommen.

Wie auch z.B. bei der Digitalisierung unserer Schulen und Universitäten hängt Deutschland bei der Digitalisierung im Berufsfeld der Berufskraftfahrer meilenweit zurück:

Während in Finnland jedes Schulkind von der Schule einen Laptop für den digitalen Unterricht gestellt bekommt gilt man in Deutschland als Schule schon als fortschrittlich, wenn man eine „iPad-Klasse“ einführt, welche einmal pro Woche eine Stunde Unterricht am iPad durchführen darf.

Während das Cockpit eines LKWs und auch der Berufsalltag der meisten Berufskraftfahrer inzwischen zu einem sehr hohen Grad digitalisiert ist, zeigt die Politik ihren Fortschritt dadurch, dass Sie längst überholte Papierbescheinigungen über Modulschulungen abschaffen und stattdessen eine weitere analoge Karte einführen, die an ein (bisher nicht implementiertes) digitales Zentralregister geknüpft ist.

Während es junge Leute und Unternehmen gibt, die etwas verändern wollen, die Innovation in Form von Digitalisierung in unser Land bringen wollen werden eben diesen von der Politik und der deutschen Bürokratie keine Steine sondern regelrecht Felsbrocken in den Weg gelegt, so dass eine Veränderung nahezu unmöglich ist.

2021: Geht wählen – Für Digitalisierung und Innovation!

Aus aktuellem Anlass, kurz vor der Bundestagswahl 2021 möchten wir einen Aufruf an alle Berufskraftfahrer, Unternehmer und Freunde des Fortschritts starten:
Geht wählen – Wählt für Digitalisierung, Innovation und weniger Bürokratie!

Digitalisierung bedeutet Fortschritt in allen Lebensbereichen: Durch Digitalisierung werden wir effizienter. Durch Effizienz verschwenden wir weniger Ressourcen und durch einen sinnvolleren Einsatz unserer Ressourcen werden wir nachhaltiger.

Ob die aktuell regierenden Parteien in den letzten Jahren einen wirklichen Fortschritt gebracht haben, muss jeder für sich selbst beurteilen, genauso wie jeder für sich die Entscheidung treffen muss, bei welcher Partei das Kreuz gesetzt wird.

Wir möchten lediglich dazu aufrufen die vergangen Jahre zu reflektieren und für ein fortschrittliches, innovatives, digitalisiertes Deutschland zu wählen, in welchem statt weiterer Hürden Möglichkeiten der Veränderung geschaffen werden!

geschrieben von Simon Pirmann am 22. September 2021
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